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PUBLIKATIONEN / AUSWAHL


Installation „verBUNDen“
in Fachzeitschrift Religion, Friedrich-Verlag.
Ausgabe 3. Quartal 2014 (D)
forum Kirche, Ausgabe März 2016 (CH)

Phönix – dreiteiliger Zyklus in Abbildungen
mit einem zehnseitigen Text von Arnold Stadler
Mit den Augen eines Schriftstellers
Format 37 x 28 cm, Leporello, Handbindung
Auflage 200 Ex., nummeriert und signiert, 2017


ARTMAPP Magazin, Frühjahr 2020
Artikel zu Installation Flowing Lights
Text Das Licht ist ein Maler von Sigmund Kopitzki

Das Licht ist ein Maler.png

ARTMAPP Magazin, Frühjahr 2023

Artikel zur Ausstellung Die Flüchtigkeit des Seins

Text Die Flüchtigkeit des Seins von Sigmund Kopitzki

Artmapp Auszug.jpg

Frauen im Bundeshaus, SGBK Kunstprojekt

www.sgbk-kunst-im-bundeshaus.ch

www.bildimpuls.de

BÜCHER

Margaret Marquardt

MONO NO AWARE

Wege und Werke / Ways and Works

Deutsch / Englisch

​288 Seiten

182 farbige Abbildungen

24,0 x 28,0 cm

​Erscheint am 16.09.2026

ISBN: 978-3-7913-9496-1
Prestel Verlag München London New York 2026

Aus dem Vorschautext: „Dieser aufwendig gestaltete Bildband präsentiert Margaret Marquardt als Künstlerin erstmals umfassend. Ihr vielschichtiges Werk kreist um Transformation, Veränderung und die Fragilität des Seins. 
Großformatige Abbildungen von herausragender Qualität, edles Papier und ein sensibel gestalteter Einband machen die sinnliche Kraft der Arbeiten unmittelbar erfahrbar. Ein einführender Essay des Schriftstellers Arnold Stadler eröffnet zudem eine literarische Perspektive auf das Werk. So vereint der Band Werkschau, Einblick in künstlerische Prozesse und reflektierende Annäherung – ein hochwertiges Kunstbuch für Leserinnen und Leser mit Sinn für Tiefe, Materialität und zeitgenössische Bildsprache.“

MONO NO AWARE: Die Vergänglichkeit ist sichtbar wie eine japanische Kirschblüte. Das Wort, diese drei Wörter sind nicht einfach so zu übersetzen. Vielleicht mit »sunt lacrimae rerum«?

Es sind Tränen in den Dingen. MONO NO AWARE hat eine große Bedeutung, die sich als Empfindung den Dingen, den belebten wie unbelebten, vor allem den belebten gegenüber, wie ein Cantus Firmus durch die japanische Sprache, Kultur und Geschichte zieht. Und ein Joint Venture aus Dank und Trost ist. Also eine Hilfe dabei, das nicht zu Verschmerzende doch zu verschmerzen. 

Ich übertrage: Der durch die erfahrene Vergänglichkeit des Schönen ausgelöste Schmerz wird mit der Dankbarkeit für alles beantwortet.

Arnold Stadler 

 

MONO NO AWARE (物の哀れ) wurde von dem Gelehrten Motoori Norinagai (1730–1801) geprägt und ist bis heute zentral für das japanischen Denken über Wahrnehmung und Kunst. Margaret Marquardt fühlt sich diesem Denken tief verbunden und sieht in diesem Begriff einen zentralen Bezugspunkt ihres gesamten künstlerischen Schaffens.

BUCH von Arnold Stadler
Da steht ein grosses JA vor mir
Zu einer Arbeit von Margaret Marquardt
Jung und Jung Verlag,

in zweiter, erweiterter Auflage 2016

WUNDE & HEILUNG


MARGARET MARQUARDT widmet sich in einem wesentlichen Teil ihrer künstlerischen Arbeit dem Prozess der Heilung von Wunden, von Verletzlichkeit. In zusammenhängenden Bildzyklen und durch die Einbeziehung von Gaze als Werkstoff ist der Weg zum konzeptuellen malerischen Objekt und zur Lichtinstallation vorgezeichnet. Ihre Themen Wunde, Heilung oder Phönix werden durch einen ganz persönliche Interpretation transformiert. Abstrahierte Wunden konterkarieren als Sinnbilder für physische oder psychische Verletzung und für Genesung oder stehen als Metapher für die Zerstörung der Umwelt und des Lebensraumes durch Menschen oder Naturkatastrophen. Helmut Hein schreibt zum Zyklus Wunde von Margaret Marquardt ... „Zeige deine Wunde“ heißt es bei Beuys. In dieser Aufforderung werden Bekenntnis und Versöhnung fast eins. Wo aber bei Beuys die existenzielle Recherche krude, ja abweisend blieb, ist es bei der Schweizer Künstlerin Margaret Marquardt die Selbsterforschung einer gefährdeten Identität von fast verstörender Zartheit. Das hängt mit den Materialien zusammen, mit denen sie arbeitet. Sie verlässt das Tafelbild, die Skulptur ist weit weg. Die Gazebinden wirken mit Leuchtröhren und Lichtverteilungsfolien; mal prangend rot (die Wunde), mal in hellem Grau (die Heilung), halb entstofflicht, fast schon transzendent... Ihre Werkreihe Verbunden – im wahrsten Sinn des Wortes – wirft die Frage auf nach dem kulturellen Einfluss und unserer vorgegebenen Prägung auf die Rezeption der Gegenwartskunst. Mit ihrem künstlerischen Konzept macht Margaret Marquardt den Versuch, unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit auf den Prüfstand zu stellen.


Helena Vayhinger / Galerie Vayhinger – November 2021

GEDANKEN DER MALERIN MARGARET MARQUARDT ZU IHRER SERIE

QUICK RESPONSE CODE

 

Seit geraumer Zeit bereits beschäftigt und beunruhigt mich die weltweit um sich greifende Digitalisierung unseres Alltags. Vor einigen Jahren nun taucht plötzlich dieser quadratische, aus schwarzen und weissen Mustern gestaltete Code auf. Schnell wird mir klar, dass hinter diesen wirren Mustern irgendwie, irgendwelche Zusatzinformationen verschlüsselt sein müssen. Ich war verblüfft. Sieht cool aus, dachte ich. Doch, wozu dient dieser Code? Ein Klick auf Google und die schnelle Antwort ist da! Auf der Seite von Wikipedia lese ich: „Der QR-Code ist eine Methode, Informationen so aufzuschreiben, dass diese besonders schnell maschinell gefunden und eingelesen werden können.“


Hinter diesen optisch witzig daherkommenden Quadraten, die wir tagtäglich auf irgendwelchen Konsumgütern sehen, steckt also ganz viel hochintelligente Technik. Faszinierend, wie schnell und einfach man zu Informationen gelangt.
Beim genaueren Hinsehen jedoch, das heisst, wenn man dieses Phänomen hinterfragt, wird einem denkenden Menschen schnell klar: Diese High-Tech Methode kann auch missbraucht werden und sich als Gefahr und Bedrohung entpuppen.


Ohne Hilfsmittel, das heisst, ohne Scanner, welcher den Code entschlüsselt, ist der Code für den Betrachter unlesbar. Der Nutzer weiss also bis zum Aufruf der Information nicht, welche Information der Code beinhaltet und ob dieser zudem unerwünschte Informationen oder einen Schadcode enthält. Für Cyber-Kriminelle ist es zum Beispiel einfach, einen QR-Code auf einem Plakat mit einem eigenen Code zu überkleben und damit beliebiges Unwesen (Klickbetrug, Viren) zu treiben.


Die aufgemalten QR-Codes auf meinen Bildern sind rein erfunden und meiner Fantasie entsprungen. Sie geben keinerlei Information ab und haben ausschliesslich symbolischen Charakter. Meine Absicht ist es, die Betrachter meiner Quick Response Bilder anzuregen, die Technologie der Digitalisierung zu hinterfragen, und dies, auch wenn sie so locker und cool daherkommt!
Die auf das Bild applizierte Gazebinde, soll symbolisch auf die hinter der Digitalisierung verborgenen möglichen Gefahren hinweisen.


Die Vorstellung, dass wir vielleicht eines Tages alle einen niedlichen QR-Code unter der Haut tragen, der sämtliche Informationen über unsere Person preisgibt, lässt einem die Haare zu Berge stehen. Dann würde sich bewahrheiten, was bereits in George Orwells berühmtem Roman 1984 zu lesen ist: „Big Brother is watching you“.


Ich kann übrigens allen empfehlen, diesen Roman zu lesen oder nochmals zu lesen! Ich tat dies vor einigen Monaten und es lief mir kalt den Rücken hinab. George Orwell schildert in seinem dystopischen Roman 1984 einen totalitären Überwachungsstaat. Reine Utopie? Nein. Auch in unserer Gesellschaft sind gerade im Laufe der zunehmenden Digitalisierung Tendenzen wahrzunehmen, welche den Schilderungen Orwells ähneln:


BIG BROTHER IS WATCHING YOU!


Kolloquium Prof. Uwe Gerber (Verein für ethische Urteilsbildung) im Zwingli Haus Basel, am 1. Oktober 2021

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